Interview der Woche: GM Dube

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Montreal, eine idyllische Stadt am Lac des Deux Montagnes im Südosten Kanadas. Benannt nach dem Mount Royal ist die Metropole in Quebec ein wahres Eishockey-Mekka. Anders als bei der Namensgebung der Stadt, hat die aktuelle sportliche Situation wenig königliches zu bieten. Doch der geduldige Schweizer GM Dube hält das Zepter weiter fest in der Hand und konnte die Mannschaft über die bisherige Saison in kleinen Schritten an das IHL Niveau heranführen. Doch dieses Jahr wird es nichts mit den Playoffs…im Gegenteil: Mir mageren 15 Zählern nach 53 Spielen (0,28 Pkt/Spiel) duelliert man sich mit den St. Louis Blues um den ligaweit letzten Platz. Doch im Management der traditionsreichen Franchise bleibt man ruhig. Wir haben mit Dube gesprochen und ihn zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft befragt:

Redaktion: Wie würden Sie den bisherigen Saisonverlauf einordnen?
Dube: Ich habe mich spontan auf die IHL NHL eingelassen, da mir einige Schweizer-Kollegen dies empfohlen und gebeten haben auch mitzuspielen, da einige Coach’s gesucht wurden. Zudem wollte ich etwas zurückgeben, weil uns einige IHL-Urgesteine in der NLA unterstützen. Mir war von anfangs an klar, dass ich als Rookie in der NHL hartes Brot essen muss und deshalb überrascht mich der Saisonverlauf bisher auch nicht wirklich. Trotzdem gebe ich mich kämpferisch und will bis zum letzten Qualispiel möglichst viele Gegner nerven und Punkte holen.

Redaktion: Im Januar ist mit Ilya Kovalchuk ein ehemaliges Schwergewicht der NHL zu Ihnen gewechselt. Was erhoffen Sie sich von ihm?
Dube: Unsere Offensive hat ziemlich Ladehemmungen und da kann uns ein Ilya Kovalchuk mit Sicherheit helfen. Zudem sind wir im Sturm nun breiter aufgestellt und es ergeben sie mehrere neue Optionen auch z.B. im Powerplay.

Redaktion: Wie lauteten Ihre Saisonziele vor dem Jahr?
Dube: Mein Ziel war mit Sicherheit so gut wie möglich mitzuhalten und um die Playoffteilnahme zu kämpfen. Dass es nicht einfach wird als Rookie war mir von Anfang an bewusst.

Redaktion: Wie schaffen Sie es trotz der Niederlagenserie positiv zu bleiben? Möchten Sie ein Vorbild für andere Kellerkinder sein?
Dube: Für mich ist gamen Freizeit und auf andere Gedanken kommen und vom Geschäftsalltag usw. abschalten zu können. Logisch möchte ich lieber immer gewinnen, doch muss man auch realistisch sein und bleiben. Ich gebe in jedem Spiel mein Bestes und möchte mich verbessern sowie lernen von meinen Gegner & den IHL-Kollegen. Teilweise herrscht aus meiner Sicht eine zu grosse Verbissenheit, welche dann in unnötigen Emotionen enden, welche niemanden weiterbringt. Wichtig ist, dass möglichst alle GM’s zuverlässige Spieler sind und man auch mal ein bisschen Gelassenheit walten lassen sollte. Logisch möchte ich auch ein Vorbild für andere “Tabellenkellerkinder” sein. Es kann auch Spass bereiten mit einer Niederlagenserie. Um so grösser ist dann die Freude bei einem Punktgewinn oder bei einem Sieg.

Redaktion: Was macht Coach Dube in der Saison 20/21? Werden wir ihn auch dann hinter einer IHL Bande sehen?
Dube: Mit grosser Wahrscheinlichkeit werde ich wieder hinter einer IHL Bande stehen, obwohl privat wie geschäftlich einiges ansteht. Ich versuche wenn irgendwie immer möglich das ganze alles unter einen Hut zu kriegen.

Redaktion: Was gibt es zu dem Menschen hinter der PSN ID zu wissen? Wie sieht klassischerweise Ihr Alltag aus?
Dube: Mein PSN ID stammt von meinem langjährigen Lieblingsspieler Yannick Dubé. Dieser tolle kleine Kerl hat mich in meiner Jugendzeit beeindruckt und kam sogar regelmässig als Eishockey-Profi mit uns Jungen “Streethockey” spielen, was natürlich uns dann sehr imponiert hat. Mein richtige Name lautet Reto und ich komme aus Olten in der Mitte der Schweiz. Vor kurzem wurde ich 40 Jahre alt und ich bin begeisterter Fasnächtler (Fasching) in einer Guggenmusik sowie ein grosser Eishockeyfan des EHC Olten’s. Ich war über 10 Jahre jährlich an der Eishockey-WM anzutreffen egal ob in Riga, Moskau oder sonst wo, dabei sein war alles für mich. Beruflich bin ich der IT/Telco-Branche tätig und leite ein Team von 20 Leuten. Ich bin grundsätzlich sehr engagiert und teilweise ist es schwierig für mich die Termine einhalten zu können, aber ich gebe mir grosse Mühe und möchte wenn immer möglichst ein zuverlässiger GM sein.

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