Interview der Woche: GM Schibo11

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Nach einem etwas gemächlicherem Januar, der dem Tampa Bay Lightning einen kleinen Rückstand im Spielplan bescherte, startete der Februar mit einigen Erfolgen in Reihe. Wir haben GM Schibo besucht, um ihn zum Interview der Woche zu treffen. Dabei erhielten wir einmal mehr spannende Einblicke in den Alltag einer IHL Franchise, die bereits seit längerer Zeit von einem verlässlichen und sportlich ambitionierten GM betreut wird.

Redaktion: Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf?
Schibo: Bis jetzt läuft es ganz ok. Gemessen am geringen Aufwand, den wir dieses Jahr betreiben, sind wir wohl sogar am oberen Leistungslimit. Natürlich gibt es immer wieder Ausreisser – sowohl nach oben wie nach unten. Erwähnenswert sind dabei die Siege gegen Winnipeg und Buffalo als positive – die Niederlagen gegen Montreal und Los Angeles als negative Höhepunkte. Aber alles in allem stehen wir wohl in etwa dort, wo wir hingehören.

Redaktion: Was würden Sie als die größte Stärke im Spiel Ihrer Mannschaft bezeichnen?
Schibo: Ganz klar die Vielfältigkeit und die Breite des Spiels. Bei uns ist das Spiel nicht zwingend auf die Stars Stamkos, Kucherov oder Hedman ausgerichtet, obwohl diese natürlich einen grossen Beitrag zum Erfolg beitragen. Wir versuchen für jede Linie das passende Spielsystem, die beste Strategie zu finden. Ein Prozess der noch nicht abgeschlossen ist. Ich als GM bin ein klarer Gegner der zum Teil monoton Spielweise gewisser anderer Teams. Schade, dass es dagegen bis jetzt aber noch kaum eine griffige Gegenstrategie gibt und die Teams damit Erfolg haben. Eine NHL-Partie soll für mich viel eher Spektakel und Action bieten – das ist es auch, was unsere Zuschauer sehen wollen!

Redaktion: Ihr Team scheint recht sicher in den Playoffs zu sein, hat zu Buffalo aber ein wenig den Anschluss verloren? Wie halten Sie die Spannung im Team hoch?
Schibo: Guten Frage;-). Wir spielen primär wegen der Freude am Spiel. Klar wollen wir Erfolge, aber nicht um jeden Preis. Umso schöner sind dann Siege, welche so nicht eingeplant werden konnten.

Redaktion: Was muss passieren, damit die Playoffs für Sie „erfolgreich“ verlaufen? „Dabei sein ist alles“ oder „Der Cup oder Nichts“?
Schibo: In den Playoffs will man möglichst weit kommen, ganz klar. Aber wir müssen auch realistisch sein. Den Cup zu holen ist eine Utopie. Da müssten wir den Trainingsbetrieb massiv hochfahren und dies liegt mit unseren Gegebenheiten schlichtweg nicht drin. Wenn ich die direkte Konkurrenz in der Division ansehe, wird es schon sehr schwer, nur schon eine Runde zu überstehen. Somit sind wir eher bei der Gruppe “Dabei sein ist alles” – wobei wir natürlich gerne überraschen wollen.

Redaktion: Ein paar Worte zu Ihrer Person, was sind Sie im Privatleben für ein Typ?
Schibo: Mit 45 Jahren gehöre ich dieser Community wohl zu der älteren Garde. Die Erfahrung erlaubt es mir auch, alles mit einer gewissen Gelassenheit anzugehen. Gut, das gelingt mir – gerade auch in Zusammenhang mit (EA) NHL – natürlich nicht immer;-). Generell würde ich mich aber als ruhigen Typen bezeichnen. Zudem bin ich ein sehr grosser Eishockey-Fan. Der Fokus liegt dabei aber klar auf den beiden höchsten Schweizer Eishockeyligen. Die NHL verfolge ich nur am Rande.

Redaktion: Wen halten Sie, neben sich, für den Cup Anwärter der aktuellen Saison?
Schibo: Ganz klar Buffalo. Ich habe in den letzten Jahren nie gegen einen stärkeren Gegner in der IHL gespielt. Wenn Buffalo gegen jeden Gegner voll spielt und die Nerven behält, sind sie nur sehr schwer zu schlagen. Wäre das Kader mit stärkeren Spielern bespickt, wäre der Fall für mich sonnenklar. So haben in unserer Conference sicher die Caps Aussenseiter-Chancen.

Redaktion: Sind die Verantwortlichen beim Lightning schon wegen einer Vertragsverlängerung auf Sie zugekommen?
Schibo: Ja – die Tendenz geht Richtung Einigung. Aber ich werde im Sommer sicher auch den Markt prüfen.

Es bleibt also spannend, auch wenn das Team sich eigentlich schon so gut wie sicher in den Playoffs sieht. Wie weit es dabei dieses mal geht bleibt abzuwarten. Wir bedanken uns für das nette Gespräch und wünschen weiterhin viel Erfolg.

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